Über die Zulässigkeit der „Tawassul“ genannten Praxis der Muslime

Im Namen Allahs des All-Gnädigen, des All-Barmherzigen

Preis sei Allah allein, der keinen Partner hat, und Sein Segen und Friede seien auf dem Besten Seiner Geschöpfe, Seinem Gesandten und Propheten Muhammad und dessen Familie und Gefährten. Gelobt sei Er, der uns vom Irrtum zur Wahrheit, vom Zweifel zur Gewissheit führt durch Seine aufrichtigen Diener und Vertrauten.

An dieser Stelle möchten wir anhand authentischer Hadithe belegen, daß „Tawassul”, das heißt, Allah durch einen Vermittler um etwas zu bitten, keineswegs Götzenanbetung oder Anbetung anderer neben Allah dem Erhabenen ist, wie manche Unwissenden behaupten. Diese Hadithe belegen, daß Tawassul im Islam nicht nur nicht verboten, sondern vom Propheten Muhammad – der Friede sei auf Ihm – selbst empfohlen wurde.

1. Das Hadith vom blinden Mann

Imâm al-Tirmidhi und Ibn Mâjah berichten durch ihre Überliefererketten von Uthman ibn Hunaif, einem Gefährten des Propheten – möge Allah ihn segnen und ihm Frieden schenken – daß ein blinder Mann zum Propheten kam und sagte : „Meine Augen sind von einer Krankheit befallen, darum bete zu Allah für mich.” Der Prophet, möge Allahs Segen und Friede über ihm sein, sagte: „Gehe und vollführe die Gebets-Waschung, bete zwei Raka’at und sage dann: „O Allah, ich bitte Dich und wende mich an Dich durch Deinen Propheten Muhammad, den Propheten der Barmherzigkeit. O Muhammad, ich erbitte deine Fürsprache bei meinem Herrn, daß er mir mein Augenlicht wiedergebe“. (Und in einer anderen Version: „daß er mir in meiner Angelegenheit helfe.“) Und der Prophet – Friede und Segen Allahs sei über ihm – fügte hinzu: „Und wenn ihr einer Sache bedürft, so tut das Gleiche“ [Der arabische Originaltext der beiden Überlieferungen findet sich, mit Kommentar, als PDF-Dokument hier]

2. Das Hadith vom bedürftigen Mann

Tabarani überliefert in seinem Jami‘ al-Kabîr sowie Jami‘ al-Saghîr und al-Bayhaqi in Dalâ’il al-Nubuwwa in einem Hadith von Uthman ibn Hunaif, daß ein Mann wiederholt Uthman ibn Affan (den dritten rechtgeleiteten Kalifen) – möge Allah mit ihm zufrieden sein – bezüglich einer Sache, derer er bedurfte, aufsuchte und Uthman nahm sich seiner Sache nicht an. Der Mann begegnete Uthman ibn Hunaif und beschwerte sich bei ihm darüber. Und dies alles trug sich nach dem Tode des Propheten – Friede und Segen Allahs seien auf ihm – und nach den Kalifaten Abu Bakrs und Umars zu.

So sagte Uthman ibn Hunaif, der einer der Gefährten des Propheten, Friede und Segen sei über ihm, war, die die Hadithe sammelten und Wissen über die Religion Allahs besaßen: „Geh zum Platz, wo die Gebets-Waschung verrichtet wird und vollführe die Waschung, dann komm zur Moschee und bete dort zwei Raka’at und sprich:

‘O Allah, ich bitte Dich und wende mich an Dich durch unseren Propheten Muhammad, den Propheten der Barmherzigkeit. O Muhammad, ich wende mich durch dich an meinen Herrn, daß Er mein Bedürfnis erfülle’, und erwähne deine Angelegenheit. Dann komm, damit ich mit dir (zum Khalifen Uthman) gehen kann”.

Der Mann ging also fort und tat wie ihm aufgetragen war und ging dann zu Tür Uthman ibn Affans – möge Allah mit ihm zufrieden sein. Und der Pförtner kam, nahm ihn bei der Hand, brachte ihn zu Uthman ibn Affan und ließ ihn neben diesem auf einem Kissen sitzen. Uthman fragte: „Was brauchst du?“ und der Mann erklärte seine Angelegenheit, und Uthman erledigte sie für ihn und sagte: „Ich hatte nicht an deine Sache gedacht, bis gerade eben“ und fügte hinzu: „Und wenn du etwas brauchst, so laß´ es mich wissen.“

Der Mann ging fort und traf Uthman ibn Hunaif und sagte zu ihm: „Möge Allah dich belohnen, er wollte sich nicht um meine Angelegenheit kümmern oder mich beachten, bis du mit ihm sprachst.“

Uthman ibn Hunaif antwortete: „Bei Allah, ich habe nicht mit ihm gesprochen, aber ich habe gesehen, wie ein blinder Mann zum Gesandten Allahs kam, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, und ihm den Verlust seines Augenlichts klagte. Der Prophet, Allahs Frieden und Segen sei über ihm, sagte: „Kannst du es nicht ertragen?“ und der Mann antwortete: „0 Gesandter Allahs, ich habe niemanden, der mich führt, und es ist eine große Bedrängnis für mich. Der Prophet -Allahs Segen und Friede sei über ihm – sagte: „Geh zum Platz, wo die Gebets-Waschung verrichtet wird, und vollführe die Waschung, dann bete zwei Raka’at, dann bitte mit diesem Bittgebet.“ Ibn Hunaif fuhr fort: „Bei Allah, wir waren noch nicht auseinandergegangen oder hatten nicht lange miteinander gesprochen, als der Mann zu uns wiederkam als wäre er niemals krank gewesen.“ [Der arabische Originaltext dieser Überlieferung findet sich, mit Kommentar, als PDF-Dokument hier]

Möge Allah unseren Glauben aufrichtig machen, uns nützliches Wissen schenken und unsere Fehler verzeihen!

Und von Ihm ist das Gelingen!

Advertisement
Published in: on February 9, 2008 at 6:02 pm  Leave a Comment  

The URI to TrackBack this entry is: http://myelectronicdiary.wordpress.com/2008/02/09/uber-die-zulassigkeit-der-%e2%80%9etawassul%e2%80%9c-genannten-praxis-der-muslime/trackback/

RSS feed for comments on this post.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Connecting to %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.